Siebenbürgen und Bukarest

Siebenbürgen, ein Vielvölkergebiet

Siebenbürgen liegt im zentral-nordwestlichen Teil Rumäniens. Auch Teile jenseits der historischen Grenzen Siebenbürgens, die bis 1918/1920 zu Ungarn gehörten, werden manchmal irrtümlicherweise zu Siebenbürgen hinzugerechnet, sodass es oft größer als das historische Gebiet dargestellt wird.

Das Gebiet, auf dem das heutige Siebenbürgen liegt, war in der Antike das politische Zentrum des dakischen Königreichs. Im Jahr 106 wurde dieses vom Römischen Reich unter Trajan erobert und als römische Provinz Dacia einverleibt. Nach dem Rückzug der Römer ( 271 n. Chr.) war die Region bis zum 11. Jahrhundert Durchzugs- und auch Siedlungsgebiet verschiedener Ethnien und Stammesverbänden. Nacheinander erschienen hier Goten, Hunnen, Gepiden, Awaren, Bulgaren, Slawen und andere.
Ab etwa 895 besiedelten die Ungarn im Zuge ihrer Landnahme das Karpatenbecken und damit auch das Gebiet des heutigen Siebenbürgens. Zur Sicherung der Grenzgebiete wurden Hilfsvölker in den Grenzgebieten angesiedelt. Einer der wichtigsten Gruppen waren die Szekler. Unter König Géza II. (1141–1162) verlegte man die Grenze weiter nach Osten. Ab etwa 1147 begann die Besiedelung mit Siedlern, die hauptsächlich aus dem Mittelrhein- und Moselgebiet, Flandern und Wallonien stammten.
Zwischen 1211 und 1225 war auch der Deutsche Ritterorden gegenwärtig, den der ungarische König Andreas II. zum Schutz vor den Kumanen im Burzenland ins Land gerufen hatte. Der Orden setzte die Besiedelung mit deutschen Siedlern im Burzenland (heutiges Einflussgebiet von Brasov/Kronstadt) fort. Als die Ritter, von Papst und Hochmeister bestärkt, versuchten, einen eigenen Staat zu errichten, wurden sie vertrieben und das Burzenland wurde dem Königsboden angeschlossen.
Die Region Siebenbürgen entwickelte sich als Teil des mittelalterlichen Königreichs Ungarn.

Siebenbürgenwappen

Als das ungarische Heer 1526 in der Schlacht von Mohács von Süleyman I. vernichtend geschlagen wurde, begann eine fast 200-jährige Phase ständiger Bedrohung für das Land. Das untertänige Fürstentum Siebenbürgen wurde unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches gestellt.
Ab 1711 wird die österreichische Kontrolle über ganz Ungarn und Siebenbürgen endgültig hergestellt. Siebenbürgen wird Teil des habsburgischen Reiches.
1867 kam es zum Ausgleich und damit zur Etablierung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Siebenbürgen wurde als Bestandteil der ungarischen Reichshälfte bestätigt.
Nach dem Ersten Weltkrieg, wo Österreich-Ungarn aufgelöst wurde, hat die rumänische Mehrheitsbevölkerung Siebenbürgens die Vereinigung mit Rumänien öffentlich erklären lassen.

Siebenbürgen, Zugpferd der rumänischen Wirtschaft

Siebenbürgen erstellt 35% des rumänischen Bruttoinlandproduktes (BIP), und das BIP per Kopf ist 10% höher als der rumänische BIP-Durchschnittswert.

Die bedeutendsten Städte Siebenbürgens sind: Cluj/Klausenburg, Sibiu/Hermannstadt, Brasov/Kronstadt, Tg. Mures/Neumarkt.

Siebenbürgen, Sprachen und Religionen

Die meisten Siebenbürger Rumänen gehören entweder zur Rumänischen (Griechischen) Orthodoxen Kirche oder zur Unierten Kirche (Griechisch Katholisch). Die Unierte Kirche entstand nach 1600 als Konvertierungsmaßnahme des Habsburgischen Reiches. Unter den anderen ethnischen Gruppen, nur die im Banat lebenden Serben sind orthodox. Die Ungarn aus Siebenbürgen gehören seit geschichtlichen Zeiten zu vier Konfessionen: römisch katholisch, reformiert/calvinistisch, evangelisch bzw. unitarisch (Unitarische Kirche Siebenbürgen). Die Siebenbürger Sachsen (Deutschen) sind evangelisch Augsburger Bekenntnisses.Die Siebenbürger Rroma umarmen jegliche Religion und sie sprechen entweder rumänisch oder rromani.

Bukarest

Ist die Landeshauptstadt Rumäniens. Die Stadt ist auch das größte Kultur-, Industrie- und Finanzzentrum des Landes.
Nachdem Bukarest 1659 Târgoviște als Landeshauptstadt endgültig abgelöst hatte, wurde es zum politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt der Walachei und später von Rumänien. Die Stadt verfügt über mehrere Universitäten, verschiedene andere Hochschulen sowie zahlreiche Theater, Museen und weitere Kultureinrichtungen.

Die kosmopolitische Hochkultur und der dominierende französische Einfluss in der Architektur der Stadt brachten ihr in der Zwischenkriegszeit den Beinamen Micul Paris („Kleines Paris“, auch „Paris des Ostens“) ein. In der Amtszeit des rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu wurden weiträumig historische Stadtviertel zerstört, um dem monumentalen „Baustil“ des Diktators Platz zu machen.